Schäden an Gebäuden durch Wasserentzug von Bäumen

Böden schrumpfen je nach Bodenart und Wassergehalt. Bäume entziehen dem Boden Wasser und können zum Schrumpfen des Bodens beitragen. 
Nachfolgende werden die wichtigsten gärtnerische Faktoren, die aus meiner beruflichen Praxis erfüllt und untersucht sein müssen, damit ein Baum für Setzungen eines Gebäudes mit verantwortlich sein kann.

  1. Gelangen die Wurzeln des Baumes unter das Fundament des Gebäudes?
  2. Welcher Anteil des gesamten Wurzelsystems gelangt unter das Gebäude?
  3. Wie hoch ist der Tonanteil im Boden und welche charakteristischen Eigenschaften hat der Ton (insbesondere unter Berücksichtigung baugrundphysikalischer Eigenschaften z.B. das Quellen und das Schrumpfen)?
  4. Gibt es Versorgungsleitungen, in die bereits Baumwurzeln eingewachsen sind und dort ihren Wasserbedarf zu decken?
  5. Wie hoch ist der "Permanente Welkepunkt" für die Baumwurzel pF 4.2?
  6. Wie stark ist die Mykorrhizierung der Wurzel? Mykorrhiza kann z.B. die Saugspannung für die Wurzel erhöhen und gibt im Gegenzug dem Baum Nährstoffe ab. 
  7. Wie hoch ist das leicht verfügbare Wasser für die Baumwurzel pF 1,8-2,5?
  8. Wie hoch ist die Lagerungsdichte des Bodens/Vegetationstragschicht?
  9. Wie ist der allgemeine Ernährungszustand des Baumes (Nährstoffgehalte in Blatt und Boden) ? Schädigungsgrad, Fitness, Vitalität.
  10. Ist die Wurzel funktionsfähig? Stärkeeinlagerung über die Photosynthese, ausreichende Menge an Saugwurzeln, Tyllenbildung, Pilzbefall.

Nur durch einer weiteren Zusammenarbeit mit einem Baugrundlabor/Baugrundinstitut, können dann die Ergebnisse aus den verschiedenen Fachdisziplinen zusammengeführt werden, damit ein verwertbares Ergebnis zum Einfluss von Bäumen bei Gebäudeschäden entsteht.

Beispiel für extrem starke Setzungsrisse an einem Wohngebäude im Bereich eines Baumes.
Hier gelangen die Baumwurzeln unter das Fundamte des Wohngebäudes.
Nur die Entnahme einer ungestörten Bodenprobe ergibt eindeutige Ergebnisse über den Wasserentzug einer Baumwurzel.
Die Stechzylinder müssen gegen Verdunstung mit Plastikkappen verschlossen und sofort im Labor in sogenannte PF-Boxen gestellt werden.
Beispiel einer pF-Kurve aus dem Laborergebnis.