Bild des Monats 2017

November 2017

Manch einer fragt sich um diese Jahreszeit, um was für ein Baum es sich wohl handeln mag, der jetzt orangefarbene Früchte zeigt. Im Reifezustand der Früchte beginnnen diese sehr unangenehm zu riechen. Der Geruch errinnert an den Chemieunterricht in der Schule, wo eine Geruchsprobe am Buttersäure-Glas genommen werden musste. Die Früchte gehören zu dem Wohl berühmtesten Fossil unserer Zeit dem Gingkobaum (bot. Ginkgo biloba). Dieser Baum war bereits vor der Eiszeit auch in unserem Breitengrad heimisch. Die Eiszeit hat ihn nach China verdrängt. Er gehört weder zu den Koniferen noch zu den Laubgehölzen und nimmmt somit eine Sonderstellung ein. Da es sich beim Gingko um eine zweihäusige Pflanze handelt, gibt es weiblich und männliche Pflanzen. Die weiblichen Exemplare bilden Früchte aus. Diese Früchte haben im inneren einen Steinkern und entwickeln erst nach dem Abfallen den Embryo. Im Herbst besticht der Ginkgo mit seiner leuchtendgelben Herbstfärbung. Heute sind alte und große Exemplare in Parks und auf Friedhöfen zufinden. Im innerstätdischen Grün als Straßenbegleitbaum wird er heute wieder gepflanzt. Hier handelt es sich allerdings um kleinkronige und männliche Sorten. Der Ginkgo wird aufgrund seiner Geschichte als Zukunftbaum betrachtet. Er gilt als sehr stadtklimafest und widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung. In Europa wird der Baum nicht von Krankheiten befallen.  

Oktober 2017

Der Herbst ist gekommen und die Bäume und Sträucher in der Natur strahlen zum großen Teil mit einer beeindruckenden Herbstfärbung. Die Färbung der Blätter reicht von den verschiedenen Gelbtönen über orange bis dunkelrot.

Unsere Laubbäume und Sträucher werfen die Blätter zur Vorsorge der winterlichen Austrocknung ab. Durch die Spaltöffnungen auf der Blattunterseite von Blättern und über die Blattoberfläche kommt es zur Verdunstung von Wasser. Dieser Prozess wird Transpiration genannt. Im Winter würde dieser Prozess teilweise weiterlaufen und der Boden ist gefroren.  Es kommt zum Wassermangel.

Die Herbstfärbung und der Blattfall werden durch Licht (Unterschreitung einer bestimmten Tageslänge) und Temperatur gesteuert. Eine Kombination aus kühlen Nächten und warmen Tagen beschleunigen den Vorgang der Seneszenz (Alterung). Der Blattfall wird durch Phytohormone gesteuert.

Im ersten Schritt werden die wichtigen Bestandteile wie Chlorophyll, Proteine, Mineralstoffe und Stickstoff abgebaut bzw. in den Sproß überführt. Durch diese Prozesse werden z.B. Anthocyane (rot) erzeugt. Im Blatt vorhanden sind die Carotinoide (gelb bis orange). Sie wurden zuvor vom Chlorophyll überdeckt. Am Sproß neben dem  Blattstiel befindet sich eine Achselknospe. Hier ist eine Trennungszone (Sollbruchstelle) vorhanden. Nach dem Fall des Blattes wird an der Abwurfstelle eine Korkschicht zum Schutz vor eindringenden Krankheiten gebildet.

Juni 2017

Bei der Baumkontrolle im Juni konnten wir den Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) vieler Orts feststellen. Er ist durch seine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen mittlerweile in der Bevölkerung sehr bekannt. Er kommt mittlerweile von der iberische Halbinsel über Süd- und Mitteleuropa bis in den Süden von Russland und Südschweden vor. In Deutschland ist der Eichenprozessionsspinner in allen Bundesländern zu finden. Er ist hauptsächlich an Eichen und in Jahren mit starkem Befall auch an Hainbuchen zu finden. Die Nester sind oft an Waldrändern und bevorzugt auf der wärmebegünstigten Südseite am Baum vorhanden. Der Eichenprozessionsspinner gehört zu den unscheinbaren Nachtfaltern. Der Schmetterling legt seine Eier meistens an älteren Eichen im Kronenbereich an dünneren Zweigen und anderen glatten Rindenstellen in Form einer länglichen Platte ab und tarnt sie durch Sekret. Die Eier sind ca. 1 mm groß und werden in Gelege von 100 bis 200 Stück abgelegt. Der Embryo entwickelt sich noch im Herbst zur fertigen Jungraupe. Die Jungraupe schlüpft Anfang Mai. Die Raupen durchlaufen 6 Larvenstadien bis zur Verpuppung und werden ca. 4 cm groß. Sie haben eine dunkle, breite Rückenlinie mit langbehaarten Warzen. Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln sich die Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift, das Thaumetopoein, enthalten. Die Larven leben gesellig und gehen in Gruppen von 20 bis 30 Individuen auf Nahrungssuche. Die älteren Raupen ziehen sich tagsüber zur Häutung in die Raupennester zurück. Die Raupen sind nachtaktiv. Die darauf folgende Puppenruhe dauert 3 bis 5 Wochen. Danach schlüpft der Nachtfalter und seine Flugzeit geht von Ende Juli bis September.

Ebenfalls konnten wir einen "Tarnungsmeister" bei der Baumkontrolle entdecken, den Lindenschwärmer (Mimas tiliae). Er gehört ebenfalls zu den Nachtfaltern. Der Lindenschwärmer ist in Mitteleuropa verbreitet. Die Raupen ernähren sich vorwiegend von den Blättern der Linden und von anderen bei uns heimischen Laubbäumen wie die Ulme, Erle, Eiche, Ahorne etc. Die Falter nehmen keine Nahrung mehr auf. Aus diesem Grund legt das Weibchen bis zu 130 Eier an die Unterseite der Nahrungspflanzen ab. Die Eier sind 1,4 mm groß. Die schlüpfende Raupe ist grün mit gelben Flecken und je einem gelben Streifen an der Körperseite, sowie einem blauen Horn am letzten Segement der Raupe. Die Verpuppung beginnt im August im Boden. In dieser Form überwintert der Lindenschschwärmer bis es ab Mai zum Schlüpfen des Falters kommt. Die Flugzeit dauert bis Juli an. Wir haben den Lindenschärmer bei der Paarung fotografiert.

Eine Larve des Eichenprozessionsspinner.
Ein Eichenprozessionsspinnernest an einer Stiel-Eiche.
Der Lindenschwärmer bei der Paarung.

Mai 2017

Der Baum des Monats Mai ist die Berg-Ulme (bot. Ulmus glabra) mit ihren Früchten. Die Berg-Ulme gehört zu den bei uns heimischen Gehölzen. Sie erreicht in der Regel eine Baumhöhe von 25 m bis 35 m. Die Krone ist breit ausladend und bis zu 20 m breit. Die Berg-Ulme ist ein sommergrüner Baum. Die Blattbasis ist stark asymmetrisch mit schlanker und aufgsetzter Spitze. Die Herbstfärbung der Blätter ist gelb. Die Blätter sind in ihrer Form sehr veränderlich. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und durch die Borstenhaare rau. Die Blüten des Baumes erscheinen lange vor dem Blattaustrieb von März bis April und sind braun-violett. Es handelt sich um zwittrige Trugdolden. Die ersten Blüten am Baum zeigen sich erst nach ca. 20 Jahren. Im Mai mit dem Blattaustrieb sind die Früchte am Baum unverkennbar. Die Triebe sind ringsum mit geflügelten Nüsschen umgeben. Die Verbreitung der Früchte erfolgt duch Wind auch Scheibenflieger genannt. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts kam das Ulmensterben. Dies dezimierte die Bestände der Ulmen stark. Bei dem Ulmensterben handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Dieser Schlauchpilz verursacht, dass die Gefäße des Baumes verstopft werden und als Folge der Baum abstirbt. Übertäger dieser Krankheit ist der Ulmensplintkäfer. Aktuell erfahren die Ulmen aufgrund von Neuzüchtungen wieder einen Aufwind. Gerade in den Niederlanden wird viel für den Erhalt der Ulmen in unseren Städten getan. In den Niederlanden ist die Ulme ein fester Bestandteil als Baum in städtischen Anpflanzungen oder Alleen außerhalb der besiedelten Bereiche. Das Holz der Berg-Ulme ist mit dem der Eiche vergleichbar und diente somit in früheren Zeiten auch als Nutzholz.

April 2017 Frostschäden!

Der April zeigt sich witterungsbedingt von seiner "kalten Seite". Mit den Osterfeiertagen sanken die Temperaturen stark ab bis in den Frostbereich. Die Vegetation war aufgrund der milden Temperaturen im März und in der ersten April Woche ihrer Zeit voraus. Ein Großteil der Bäume hat mit dem Blattaustrieb begonnen. Die jungen Blätter sind noch zart und nicht für solche Temperaturen geschaffen. Der junge Blattaustrieb der Bäume zeigt bei der Baumkontrolle einige Frostschäden. Im Bild sind geschädigte Blätter einer Stiel-Eiche (bot. Quercus robur) zu sehen. 

März 2017

Mit dem Datum des 1. März beginnt die Vogelschutzzeit nach dem BNatSchG. Aufgrund der milden Temperaturen in diesem Monat ist die Natur aufgewacht und in voller Aktivität sind Flora und Fauna zu finden. Zu sehen ist eine Nilgans, die ihren Brutplatz in einer Baumhöhle einrichtet. Die fleißigen Bienen sammeln den ersten Nektar von den Blüten der Sal-Weide (bot. Salix caprea) ein.

Februar 2017 Sturmschäden!

Der Februar zeigte sich von seiner stürmischen Seite. Es gab einige Tage mit Unwetterwarnungen bezüglich der Windgeschwindigkeiten. Die Windgeschwindigkeiten werden in Kategorien von 0 bis 12 angegeben auch Beaufortskala genannt. Ab der Windstärke 8 wird vom stürmischen Wind gesprochen mit einer Windgeschwindigkeit von 62-74 km/h. Hierbei schwanken größere Bäume und erste Zweige brechen ab. Bei Windstärke 9 handelt es sich um Sturm. Die Windgeschwindigkeiten liegen zwischen 75-88km/h, hierbei brechen größere Äste ab, es fliegen Dachziegel von Häusern, etc. Die Windstärke 10 hat Windgeschwindigkeiten von 89-102 km/h und wird als schwerer Sturm bezeichnet. Bei diesen Windgeschwindigkeiten werden gesunde Bäume entwurzelt und Stämme brechen ab.

Das Bild zeigt einen Ausbruch eines Kronenteils an einer Sal-Weide (bot. Salix caprea).

Januar 2017

Eine Impression aus dem Wintermonat Januar 2017. Hier ein Blick auf die Waldteiche in Bad Nauheim bei der Baumkontrolle. Die Bäume sind mit Raureif belegt und die Teiche sind zugefroren. Der diesjährige Januar zeigte sich von seiner kalten Seite. Es ist sieben Jahre her, dass es solch einen Januar mit diesen Temperaturen gab. So lag die durchschnittliche Temperatur bei -2,3 °C und es zeigten sich viele Teiche, Seen und Flüsse zugefroren, wie die Waldteiche.